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В начале Даниэль Эверетт хотел прозелитизировать людей Пирахи. Он вернулся как атеист - с новым пониманием уникального языка.

Тайна бесчисленности открылась лингвисту только после того, как он начал понимать суть культуры Пираха. С 1977 года Даниэль Эверетт жил с этими людьми в течение нескольких месяцев, а в итоге - семь лет. После первоначальных трудностей его приняли, поделившись с ним повседневной жизнью. Совершенно новый опыт. Эверетт заявил: Пирахи действительно живут здесь и сейчас. Их мышление и чувства ориентируются на непосредственность переживания. То, что они не видят сами или не рассказывают очевидцы, практически не существует - и поэтому не представляет интереса. Прошлое также уделяется мало внимания. Даже частная собственность скорее чужда Пирахе. Вы обычно делитесь тем, что имеете, будь то каноэ, рыболовные снасти или улов дня. Кстати, последний всегда употребляется в свежем виде, а также дичи или фруктов. Запасы неизвестны этим людям, и их родственники не планируют далеко в будущее . Так зачем считать? «Числа являются обобщениями», - объясняет Даниэль Эверетт. Три обезьяны и три апельсина не имеют ничего общего. Пираха может считаться примитивной, но Эверетт выступает за другую точку зрения. Поскольку культура этих рыбаков и собирателей по существу ограничена сегодняшним днем ​​и что полезно, они не знают о многих беспокойствах и страхах, которые преследуют большинство других жителей мира. Пираха наслаждается жизнью, как она есть, подчеркивает Эверетт. Вы очень счастливые люди. Богу или спасению такие люди не нужны. Прозелитическая бесполезно. Атеистическая конверсия Он и его коллеги по SIL вскоре почувствовали это. «Мы не хотим Иисуса», - сказала Пираха. Конец дискуссии. Миссионер, однако, начал больше беспокоиться и стал атеистом.

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Glücklich ganz ohne Zahlen

19. Oktober 2010, 19:25
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Daniel Everett lebte jahrelang bei einem indigenen Volk am Amazonas - Dort gelangte er zu erstaunlichen Einsichten über die Zusammenhänge von Sprache und Kultur

Wiener Hofburg, Dachgeschoß: Die Oktobersonne lässt sich ausnahmsweise blicken und schickt ihre Strahlen in die Büroräume des Museums für Völkerkunde. Daniel Everett hat es sich auf einem Sofa bequem gemacht und erzählt sofort begeistert von seiner Arbeit. Dazu schenkt er sich ständig Kaffee nach. "Ich nehme alles an Koffein, was ich kriegen kann", sagt der Linguist mit einem breiten Lächeln.

Der bärtige Endfünfziger gilt als einer der streitbarsten Sprachforscher unserer Zeit und als Kritiker der universalistischen Theorien Noam Chomskys, die behaupten, dass wichtige Sprachfähigkeiten des Menschen angeboren und Teil unseres genetischen Programms sind. Everetts Gegenthesen sind auf Basis eigener Erfahrungen entstanden, die so abenteuerlich sind, dass er darüber einen Bestseller schrieb, der heuer unter dem Titel Das glücklichste Volk der Welt auch auf Deutsch erschien.

Die Forscherkarriere des Linguisten, der dieser Tage gleich zweifach auf Symposien in Wien referierte, begann in einem wenig wissenschaftlichen Umfeld. Sein erster Arbeitgeber war nämlich das Summer Institute of Linguistics (SIL). Das ist eine Missionsorganisation, deren Ziel es ist, indigene Völker durch Übersetzung der Bibel in ihre jeweilige Sprache der christlichen Botschaft nahezubringen und sie so zu bekehren.

1977 reiste Everett als junger SIL-Missionar zusammen mit seiner früheren Ehefrau und ihren drei kleinen Kindern zum ersten Mal an den Maici, einen Nebenfluss des Amazonas, die Heimat des Stammes der Pirahã. Der US-Amerikaner traf auf eine Kultur, die nicht unterschiedlicher zu seiner eigenen hätte sein können, eine Begegnung mit weitreichenden Folgen - wissenschaftlich wie auch persönlich.

Wachsendes Staunen

Bevor er das Wort Gottes in Pirahã übersetzen konnte, musste Everett die Sprache selbstverständlich erst einmal lernen. Das tat er durch unermüdliches Fragen, anfangs noch mittels Handzeichen und Mitschreibens der Antworten in Lautschrift. Der Missionar hatte schon bald Erfolg.

Er konnte sich mit den Menschen verständigen, doch je mehr er lernte, desto mehr wuchs auch sein Staunen. Pirahã ist, gemessen an unseren westlichen Maßstäben, eine absolut bizarre Sprache. Ihr fehlen Bestandteile, ohne die eine wirksame Kommunikation unmöglich scheint. Das verblüffendste Merkmal: Es gibt in Pirahã weder Zahlen noch eine klare Unterscheidung zwischen Singular und Plural. Mengen lassen sich also nicht eindeutig erfassen. Everett wollte das zuerst nicht glauben. Wie könnte es sein, dass eine Sprache kein System zur Quantifizierung kennt? "Ich dachte, ich muss nur intensiver suchen, um es zu finden." Aber er fand nichts.

Das Geheimnis der Zahlenlosigkeit eröffnete sich dem Linguisten erst, nachdem er begann, die Pirahã-Kultur in ihrem Wesen zu verstehen. Seit 1977 hat Daniel Everett immer wieder für Monate mit diesen Menschen zusammengelebt, zusammengezählt sieben Jahre lang. Nach anfänglichen Schwierigkeiten akzeptierten sie ihn, ließen ihn an ihrem Alltag teilhaben.

Eine völlig neue Erfahrung. Everett stellte fest: Die Pirahã leben wahrhaftig im Hier und Jetzt. Ihr Denken und Empfinden orientiert sich an der Unmittelbarkeit des Erlebens. Was sie nicht selbst sehen oder von Augenzeugen erzählt bekommen, existiert praktisch nicht - und ist somit nicht von Interesse. Der Vergangenheit wird ebenfalls kaum Bedeutung beigemessen.

Auch Privateigentum ist den Pirahã eher fremd. Man teilt in der Regel, was man hat, ob Kanus, Fischereigeräte oder den Fang des Tages. Letzterer wird übrigens immer frisch verzehrt, genauso wie Jagdbeute oder Früchte. Vorratshaltung ist diesem Volk unbekannt, und seine Angehörigen planen auch nicht weit in die Zukunft hinein.

Wozu also zählen oder rechnen? "Zahlen sind Generalisierungen", erklärt Daniel Everett. Drei Affen und drei Orangen haben in Wirklichkeit nichts gemeinsam.

Man mag die Pirahã für primitiv halten, doch Everett plädiert für eine andere Sichtweise. Weil sich die Kultur dieser Fischer und Sammler im Wesentlichen auf das Heute und das darin Nützliche beschränkt, kennen sie auch viele Sorgen und Ängste nicht, welche die meisten anderen Bewohner dieser Erde plagen. Pirahã erfreuen sich am Leben, so wie es ist, betont Everett. Sie sind ein sehr glückliches Volk. Einen Gott oder eine Heilslehre brauchen solche Menschen nicht. Missionieren zwecklos.

Atheistische Bekehrung

Das bekamen er und seine SIL-Kollegen bald zu spüren. "Wir wollen Jesus nicht", sagten die Pirahã. Ende der Debatte. Der Missionar indes fing an, sich immer mehr Gedanken zu machen und wurde zum Atheisten. 2001 kündigte er sein Engagement beim SIL auf und widmet seine Arbeitskraft seitdem vollends der Wissenschaft. Seine erste Ehe mit einer tiefgläubigen Christin zerbrach.

In der linguistischen Forschung haben Everetts Studien derweil heftige Debatten ausgelöst. Seine Beobachtungen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen (vgl. u. a. Current Anthropology, Bd. 46, S. 621) stehen in direktem Gegensatz zu den von Noam Chomsky und dessen Anhängern proklamierten Grundsätzen, wonach das menschliche Gehirn über ein hypothetisches Sprachorgan verfügt, und alle Sprachen dementsprechend nach universellen Prinzipien funktionieren.

Das sei zu stark vereinfachend, meint Daniel Everett mit Verweis auf die einzigartige Sprache der Pirahã. "Kultur hat einen viel größeren Einfluss auf Sprache, als wir bislang dachten." (Kurt de Swaaf/DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2010)


Abstract

Radio-Tipp

  • Ein ausführliches Interview mit Daniel Everett gibt es am 21. Oktober um 19:06 in der Ö1-Reihe Dimensionen - Die Welt der Wissenschaft.
  • Am Anfang wollte Daniel Everett das Volk der Pirahã missionieren. Er kehrte als Atheist zurück - mit neuen Erkenntnissen über eine einzigartige Sprache.
    foto: martin schoeller

    Am Anfang wollte Daniel Everett das Volk der Pirahã missionieren. Er kehrte als Atheist zurück - mit neuen Erkenntnissen über eine einzigartige Sprache.

  • Buchtipp<br><br>Daniel Everett: " title="Buchtipp

    Daniel Everett: "Das glücklichste Volk der Welt: Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas", € 25,60 / 416 Seiten, DVA, München
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    foto: martin schoeller

    Buchtipp

    • Daniel Everett: "Das glücklichste Volk der Welt: Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas", € 25,60 / 416 Seiten, DVA, München
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Меня зовут Валера и я хочу запустить 2 вирусных идеи, которые искал уже давно, ЧТОБЫ ИЗМЕНИТЬ ЧТО-ТО В ЭТОМ МИРЕ. Во-первых это символ +2800 значение которого совершенно противоположно +100500:

И он для того, чтобы рассказать о еврейском фашизме, 2800 рабах каждому еврею, а главное о каббалистическом языке и каббалистических методах и электронном концлагере который нам готовят и как его избежать. Я думаю многие из вас слышат об этом первый раз и не понимают о чем это я:-) Но это интересно, важно знать каждому и каждому важно рассказывать об этом другим. Подробнее об этом на сайте plus2800.ru.

А во-вторых волшебный третий нос на лбу:-) Это как у пастофарианцев друшлак на голове.

Тоже религиозный символ, но тройного назначения.

Во 1-ых это тоже религиозный символ придуманный для того, чтобы рассказать о +2800 и его значениях.

Во 2-ых наделяет сверхспособностью о которой мечтал один английский комик.

В 3-их он может спасти тому кто его носит жизнь!

А в 4-ых его можно использовать как антистресс который всегда под рукой.
И в отличии от друшлака его можно носить хоть постоянно - хоть дома, хоть в офисе, хоть на улице даже не замечая этого. В любую погоду и он подходит под любую одежду.

У учительницы их Химок были проблемы из-за того, что она пришла в школу с друшлаком на голове и вела в таком виде урок. Из-за этого у неё были проблемы и это была разовая акция. А ношение третьего носа можно обосновать и практическими соображениями перечисленными выше. Но при этом все равно все будут знать откуда взялась такая мода, для чего и какие смыслы несет.

И подробней об этом на сайте plus2800.ru.

А самое главное, что когда я начинал этот проект, то думал что люди верят в религиозную чушь, потому что не знают о лжи и преступлениях церквей и если им рассказать, то они перестанут верить. Но на самом деле ни х.... И многие готовы верить в это, поддерживать это или по крайней мере относиться нейтрально, потому что думают что хоть это и ложь, но ложь полезная и выгодная, поэтому пусть будет.

Хм... Возможно поможет если объяснить, что это вредная ложь и они то как раз и создают проблемы, которые решают. Но как ни странно это тоже малоэффективно.

А знаете в чем причина? Людей зазомбировали и научили так, что им кажется. что они думают сами, а на самом деле думают чужими мыслями и никакие аргументы и факты ничего не изменят. Вот если телевизор скажет и в то, что будут говорить люди вокруг они поверят скорее чем логике и здравому смыслу. Поэтому чтобы они "услышали" логику и здравый смысл, нужно чтобы миллионы людей говорили об этом. И для этого и был придуман волшебный третий нос на лбу.

И вот если миллионы, десятки миллионов, сотни миллионов будут носить волшебный третий нос и рассказывать о том, что зашифровано в символе +2800, то они вдруг услышат здравый смысл и логике и вдруг они "поймут"... Хотя на самом деле нет, а просто опять поверят авторитету. Но в принципе это на данном этапе и не важно - главное результат. Но в общем идея такая и подробнее об этом на сайте plus2800.ru



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